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Artikel
Phytotherapie und
Aromatherapie
Phytotherapie /
Pflanzenheilkunde
Seit es den Menschen auf dieser Erde gibt, scheint er seine Leiden und
Erkrankungen mit Heilpflanzen behandelt zu haben. Überall wachsen
heilkräftige Pflanzen, die nur beachtet werden wollen. Möchte der Mensch
z. B. mehr über Heilpflanzen erfahren, beobachtet er die Tiere und wird
feststellen, dass sie genau wissen, welches Kraut für sie gerade gut ist.
Die Primatologen Jane Goodall und Richard Wrangham beobachteten
Schimpansen und entdeckten eine ganze Liste von Heilpflanzen, die die
Tiere für ihre Erkrankungen verwendeten.
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Ist man auf der Suche nach altem, holistischen Heilkräuterwissen, dann
kann es sehr aufschlussreich sein, alte Schriften, Pflanzennamen und ihre
Synonyme, Mythen und Märchen zu betrachten. Viele Hinweise z. B. über die
planetarische Einteilung der Pflanze kann neue (oder alte) Erkenntnisse
über ihre Heilanwendung und -wirkung geben. In Mythen, Sagen aber auch in
kirchlichen Dokumenten findet man Texte über Heilpflanzen. In den Mythen
und Märchen werden Heilkräuter oft Naturelementen oder Tieren zugeordnet
und geben so Informationen über ihre Kräfte.
60% der heutigen Arzneien stammen aus Pflanzen. Der Unterschied zur
traditionellen Heilkräuterkunde ist der Auszug eines Stoffes, der als
Medikament verabreicht wird. Die Folge sind oftmals: Nebenwirkungen,
Unverträglichkeit und Allergien.
Natürliche Heilpflanzen haben viele Vorteile:
•
kaum Nebenwirkungen (bei richtiger Dosierung)
•
gute Verträglichkeit
•
können über längere Zeit eingenommen werden
•
Einsatz in der Prävention
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Mistel (Viscum
album)
Sie wächst z. B. auf Obstbäumen, Tannen oder Pappeln. Die sehr seltene
Mistel, die auf Eichenbäumen wächst wird als Riemenblume (Loranthus
europaeus) bezeichnet.

Sie ist keine gewöhnliche o. normale Pflanze, denn sie grünt zu jeder
Jahreszeit und treibt im Winter weiße, giftige, klebrige Früchte. Sie
wächst zwischen Himmel und Erde und wird zur Wintersonnenwende oder am
Johannistag gesammelt. Daher durfte die Mistel bei der Ernte nicht den
Boden berühren oder mit einem Eisenmesser geerntet werden. Plinius
beschreibt, wie ein Druide mit einer goldenen Sichel die Mistel erntet und
sie in ein weißes, reines Tuch fallen lässt.
Nach der alten Signaturenlehre ist die Mistel ein Schmarotzer. Das passt
gut zu ihrem Einsatz in der Krebstherapie. Rudolf Steiner entdeckte sie
für die Krebstherapie wieder. In den alten Mythen wurde die Mistel wie ein
Heiligtum verehrt. Wer sie besaß, konnte Schmerzen lindern, Kranke heilen,
Schätze aufspüren, und dem wurden alle Wünsche erfüllt. So wundert es
nicht, dass in alten Darstellungen Mistelzweige in der Hand von Göttern,
Medizinmännern, Priestern, Feldherren und Königen zu finden sind. Früher
dachte man, die Götter hätten den Mistelsamen über die Bäume verstreut. So
wurde sie als Fruchtbarkeitsmittel verwendet.
Klinisch erwiesen ist ihre krampflösende, Blutdruck-regulierende Wirkung.
Sie wird traditionell bei Epilepsie und auch bei Schwindel angewandt.
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Gundermann (Glechoma
hederacea)
Der Gundermann gehörte zu der grünen Neun-Kräuter-Suppe, die in früheren
Jahren am Gründonnerstag gegessen wurde. Ihm wurden antidämonische
Wirkungen zugeschrieben. So mache der Gundermann-Kranz hellsichtig und man
könne Hexen erkennen. Er wird auch in christlichen Segenssprüchen
verwendet: „Gundträben Ger (Gundermannschößling); ich brich dich in
unserer lieben Frawen Ehr; und in der Ehr unseres lieben Herrn Jesu
Christ.“ (Segen Abtei Blasien 1617)

Der Gundermann kann auch Krankheiten heilen. „Gund“ war im Germanischen
die Bezeichnung für „Eiter“. Er wurde bei eitrigen, langwierigen Wunden
eingesetzt. Hildegard von Bingen sagt über den Gundermann: „Die Gundelrebe
ist mehr warm als kalt, und sie ist trocken, und sie hat gewisse Kräfte
der Farbstoffe, weil ihr Grün nützlich ist, so dass ein Mensch, der matt
ist und dem die Vernunft entschwindet, mit erwärmten Wasser baden und
Gundelrebe in Mus oder in Suppen kochen soll...“
Der Gundermann besitz Gerbstoffe, Bitterstoffe und ätherisches Öl und
wirkt somit entzündungshemmend, zusammenziehend, schleimlösend und regt
die Verdauung und die Leber an.
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Alraune (Mandragora officinarum)
Wurzel des Nachtschattengewächses Mandragora, die man bereits im
klassischen Altertum als Amulett und Talisman verwendet hatte und die bis
ins 19.Jahrhundert in unseren Apotheken gehandelt wurde.
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Man stellte sich die Alraune als menschenähnliches Wesen vor (ihr
rübenartiger, vielfach verzweigter Wurzelstock erinnert entfernt an eine
menschliche Gestalt) und bewahrte sie - in Erinnerung an die Hausgötter -
an einem verschwiegenen Ort auf, wo man sie verehrte, pflegte und
bekleidete.
Der Besitz einer Alraune sollte dem Betreffenden Glück, Reichtum und
Gesundheit garantieren. Zudem diente sie als Hilfsmittel zum Orakel.
Besonders begehrt war die Alraune seit der Antike als Aphrodisiakum, aber
auch als Betäubungsmittel.
Von zahlreichen historischen Persönlichkeiten wird berichtet, sie hätten
einen Alraun besessen: Faust, Berthold Schwarz, Johanna v. Orleans,
Johannes Prätorius, Karl IV und vor allem Kaiser Rudolf II. von Habsburg
(1576-1612).
Der Alraun kann von seinem Besitzer nicht beliebig weitergegeben werden.
Er muss ihn zu seinen Lebzeiten verkaufen und zwar zu einem niedrigeren
Preis, als er ihn erworben hat. Wer ihn als letzter besitzt und nicht
weitergeben kann, ist dem Teufel verfallen.
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Artikel
Veröffentlichungen in »Das Golden Blatte« und
»Neue Welt« zum Thema
Phytotherapie und
Aromatherapie als pdf-Datei.
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